Starker Rücken(-wind) im Studium oder in der Ausbildung gefällig? 

Wünschst Du Dir Austausch, Netzwerk, Mentoring, Persönlichkeitsentwicklung, Empowerment, Verwirklichung, finanzielle Unterstützung, eine Sommerakademie, eine Auslandsförderung, Gleichgesinnte, offene Ohren, Füreinander da sein, Familie, Freiheit, über den Tellerrand hinausschauen, Engagement, Mitbestimmung und Chancengleichheit?
Dann darf ich Dir das Evangelische Studienwerk Villigst vorstellen. Es ist eines der 13 Begabtenförderungswerke in Deutschland.

Ich bin sehr dankbar dafür, von Villigst gefördert zu werden. Das Stipendium unterstützt mich ideell und entlastet mich finanziell, so dass ich mich auf mein Studium konzentrieren kann. Bei Villigst habe ich eine zweite Familie gefunden.

Sehr gerne möchte ich Dich dazu ermutigen, Dich beim Evangelischen Studienwerk zu bewerben: www.evstudienwerk.de/stipendium.

 

Ist das nur etwas für gläubige „Christen“?

Nein!

Zum Beispiel nimmt Villigst auch Atheisten oder Zugehörige anderer Religionen in die Stipendiengemeinschaft auf. Es geht vor allem um ein reflektiertes Welt- und Menschenbild. Das Studienwerk möchte im Austausch von den unterschiedlichen Sichtweisen lernen und profitieren.

Wer kann sich bewerben?

Alle Personen, die das dritte Fachsemester noch nicht überschritten haben.

Übrigens: Seit 2024 fördert Villigst im Rahmen eines Pilotprojekts auch engagierte Auszubildende. Mehr Informationen unter: www.evstudienwerk.de/ausbildung.

Immer noch der Flüchtling?

Als ich Ende 2015 nach Deutschland geflüchtet bin, machte ich mir noch keine Gedanken über das Thema Integration und über meinen Status in der Gesellschaft. Allerdings fragte ich mich bereits am Anfang, warum einige meiner Mitmenschen mich immer noch als Flüchtling bezeichnen, obwohl ich längst in Deutschland angekommen war.  

Bin ich eigentlich inzwischen ein Teil der deutschen Gesellschaft oder bleibe ich für immer der “Flüchtling”? 

Feine Unterschiede mit großer Wirkung

Flüchtling bezeichnet einen Menschen, der sich immer noch auf der Flucht befindet.
Ge-flüchtete/Menschen mit Fluchterfahrung sind Menschen, die eine Flucht hinter sich hatten. Denn Flucht ist eine Erfahrung/eine Station im Leben dieser Menschen und keine Identitätseigenschaft.


Bürgerkrieg bezeichnet die bewaffnete Auseinandersetzung zwischen Bürgern eines Staates.
Stellvertreterkrieg bezeichnet die bewaffnete Auseinandersetzung zwischen Staaten oder Kriegsparteien, die nicht in ihrem Territorium ausgetragen wird. Beispiel: Kriegspartei A führt einen Krieg gegen Kriegspartei B im Land von (Kriegspartei) C.

Mensch mit Migrationshintergrund bezeichnet einen Menschen, deren Migration als Hindernis angesehen wird. Dabei muss er oder sie nicht selbst immigriert sein. Es genügt, wenn ein Elternteil Migrant/in ist/war.
Mensch mit Migrationsgeschichte/ -Erfahrung bezeichnet einen Menschen, deren Migration als Bereicherung für seine Persönlichkeit UND die Gesellschaft dient und keinesfalls zu seinem Nachteil wird. 

 Integration. Was ist das?

Stell dir vor, du gehst in einen Park und siehst eine Gruppe Menschen, die einen Kreis gebildet haben und miteinander spielen. Du hast zwei Möglichkeiten. Entweder spielst du allein oder du gehst zur Gruppe und sagst, dass du mitspielen möchtest. In diesem Fall musst du die Spielregeln dieser Gruppe beachten und befolgen, dich verständigen können und bereit sein, Freundschaften zu schließen. Gleichzeitig sollte die Gruppe dich ohne Wertung aufnehmen. 

Integration: 

  • Lässt sich weder genau definieren noch messen. Es ist viel mehr als nur ein Begriff.
  • Setzt das Erlernen der deutschen Sprache, die Akzeptanz der geltenden Vorschriften und Gesetze und das Teilhaben am gesellschaftlichen Leben voraus.
  • Setzt voraus, dass sich alle Menschen auf gleicher Augenhöhe begegnen. Wenn sich Neu-Ankommende und die Gesellschaft für die Kultur des Anderen interessieren, einander respektieren und aufeinander zugehen.
  • Ist ein (Wurzelungs-)/ beidseitiger Prozess, dessen Höhepunkt das gesellschaftliche und seelische Ankommen darstellt -> Wenn Deutschland zur (zweiten) Heimat wird.
  • Bedeutet Teilhabe, Akzeptanz und Gleichberechtigung.
  • Braucht keine Leitkultur. (Gibt es DIE deutsche Kultur?) 
  • Wenn Spuren des Fremden als eine Bereicherung für die gesamte Gesellschaft betrachtet werden und nicht als (kulturelle) Bedrohung.
  • Es ist menschlich: Die Angst vor dem Fremden. Die Furcht, was wir nicht kennen. Umso wichtiger ist es, uns mit unseren Ängsten auseinanderzusetzen. Die Angst darf unser Verhalten nicht steuern.
  • Wenn man mit den Neu-Ankommenden spricht und nicht nur über sie.
  • Wenn nicht mehr von „ihr“ und „wir“ die Rede ist.
  • Wenn Kritik erlaubt ist, ohne dass Neu-Ankommende als undankbar abgestempelt werden. Die Heimat ist dort, wo man „motzen“ darf.
  • Wenn Neu-Ankommende von der Gesellschaft als Individuen anerkannt und nicht über einen Kamm geschert werden. Denn niemand repräsentiert seine Kultur oder Religion, da Kulturen und Gesellschaften sehr vielfältig sind.
  • Woher kommst du? Ich komme aus Berlin. Nein, nein, woher kommst du wirklich? Aus Charlottenburg. Woher kommen deine Eltern dann?  -> Wenn solch (sehr gut gemeinten) Fragen einer/m unwissentlich das Gefühl vermitteln, dass man nicht hier hingehört. Man bleibt fremd.
  • Wenn wir mehr über Gemeinsamkeiten sprechen als über Unterschiede.
  • Neu-Ankommende haben nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten, die sie erfüllen müssen. Allen voran: Deutsch lernen.
  • Sprache ist Macht und Wörter haben eine Integrationskraft. Warum müssen Neu-Ankommende nach jahrelangem Aufenthalt immer noch zur “Ausländer”-Behörde gehen und nicht zur “Neue-Mitbürger”-Behörde?